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Das Landesvolkstanztreffen in Plochingen, ein Bilderbuch der AG

 

"Besuchern blüht etwas auf der Landesgartenschau", steht im Prospekt. Und wirklich, auf "Der bunten Insel" in Plochingen waren die angereisten Volkstanzgruppen überrascht vom Gartenschaugelände, aber auch vom reibungslosen Ablauf des großen, bunten und vielfältigen Landesvolkstanztreffens. Für jeden gab es etwas zu sehen, gab etwas vorzutanzen und zu zeigen.

Hartmut Nadler, Initiator dieses Treffens und Vorstandsmitglied, antwortet auf die Fragen von Albert Schulze.

Wann kam dir diese großartige Idee eines Landesvolkstanztreffens?

Hartmut: Schon 1991 fand in Zusammenarbeit mit der IGF ein Europäisches Folkloretreffen in Plochingen statt. Damals waren alle Plochinger, besonders Herrn Bürgermeister Beck so begeistert, daß er sich für die Landesgartenschau 1998 wieder ein großes Volkstanztreffen wünschte.

Die AG versuchte dazwischen, solche Treffen zu organisieren, aber niemand wollte sich den Stress aufladen. So blieb das Konzept des Treffens in der Schublade, bis ich es im September 1996 Bürgermeister Eugen Beck und Herrn Strobel von der Landesgartenschau vorstellte.

Von den Volkstanzwochen kennt man dich als bestens vorbereiteten Tanzleiter. In Plochingen gab es sicher sehr viel Vorbereitung. Ordner über Ordner haben sich sicherlich gefüllt, Sitzungen und Abstimmungen waren nötig. Hattest du nicht Lampenfieber, bei so vielen Programmpunkten?

Hartmut: Viele Mitarbeiter bereiteten das Wochenende mit vor, mit den Verantwortlichen waren alle Programmpunkte abgesprochen, so konnte nichts schieflaufen. Angst hatte ich nur vor einem kalten Regenwochenende.

Selbstsicherheit allein hilft bei einer so großen Aufgabe nicht. Es gab ja so viele Punkte, die bedacht und bearbeitet werden sollten. Wie hast du die Arbeit verteilt? Erzähle uns, wie es dir möglich war, so viele motivierte Mitarbeiter für diese Aufgabe zu finden?

Hartmut: Ein Gremium aus Referenten und Mitgliedern des Vorstandes der AG bildete sich im Herbst 1997. Im Oktober 1997 fand eine erste Sitzung statt, in der das Grundkonzept von den "Volkstanzprofis" noch einmal durchgearbeitet und über das Wochenende verteilt wurde.

Du kannst diese Fachleute und ihre Aufgaben gerne nennen. Die haben Hervorragendes geleistet.

Hartmut: Klaus Fink war zuerst für die Kontakte zu Gruppen für Freitag zuständig. Aber der "floh" ja bald nach Schweden zum Studium.

Elli Gauler war für die Bearbeitung von über 1.000 Holzplaketten, für Namensschilder und für die Pflege der Gruppenkontakte zuständig.

Hans-Peter Haas war vor Ort "Mädchen für alles", also für Getränke, Unterkunft der Gruppen und für den Transport verantwortlich. Monika Schweitzer half dabei, daß niemand verhungern mußte.

Meine eigentliche Aufgabe in der AG, die Finanzen, hat mir Gisela Schuchmann ganz selbständig und sicher abgenommen, so daß ich keine müde Mark anfassen mußte.

Ursula Brenner hat ihre guten Beziehungen zu den Handwerkern der AG spielen lassen, hat den viel beachteten Handwerkerhof aufgebaut und war neben anderen am Infostand tätig.

Unter der Rubrik "Junge AG" hat Antje Nadler sich ihr eigenes Gremium gebildet und sich mit Gisela Schmid und Svea Rieker das Kinderprogramm erarbeitet. Von Kindertänzen, Kreisel basteln bis Spielstraße war überall etwas los.

"Meinereiner" hatte die Hand über allem, hatte organisatorische Kontakte zu den Gruppen, der Gartenschau GmbH, der Stadt und ,und ...

Ein reichhaltiges Programm bot für alle etwas. Zum Schauen, Mitmachen und zum Vorzeigen. Von "Kraut und Rüben" bis Schwerttanz, von Siebenbürgen bis Sackmalerei. Man kann gar nicht alles benennen, was zum Staunen anregte. Wo lag bei dir die Priorität beim Vorbereiten?

Hartmut: Ich stellte mir vor, daß sich unter den AG Gruppen viele gute Kontakte vor und nach den Auftritten ergeben.

Natürlich das eine ausgezeichnete Gelegenheit, die AG selbst zu präsentieren. Dazu war natürlich war in erster Linie der Freitagabend gedacht mit dem ‚Brauchtum auf der Insel‘, bei dem Wulf Wager einen Querschnitt aus der Arbeit unserer AG vorstellte. Musizieren, Fahnenschwingen, Volkstanz aus Baden-Württemberg, aber auch Schwerttanz und natürlich Chorsingen.

Wir richteten und entwarfen auch Stellwände, um die Gruppen mit Karten und Photos ins rechte Licht zu rücken, zu dem auch der reichhaltig bestückte Infostand der AG beitrug.

Als ruhigen und über den Problemen stehenden Tanzleiter kennt man dich von Volkstanzfesten und Lehrgängen. Was ließ dich so sicher erscheinen?

Hartmut: Nach der guten Vorbereitung mußte nur noch das Wetter mitspielen, und das war fast super.

Nicht alle Gruppen haben das Angebot angenommen, sich bei diesem Volkstanztreffen zu präsentieren. Wie viele Gruppen waren denn da? Wie viele Teilnehmer waren da?

Hartmut: Über die Resonanz war ich sehr froh und finde es prima, wie viele die Möglichkeit wahrgenommen haben, sich auf dieser Gartenschau für die AG zu präsentieren.

Am Samstag waren 12 Gruppen mit 350 Aktiven und am Sonntag sogar 17 Tanzgruppen mit 630 Aktiven auf dem Gelände der Gartenschau, also über 1.000 aktive Personen aus den Gruppen, den Musikensembles, im Handwerkerhof und den Helfern.

Natürlich kamen aus anderen Gruppen noch viele Bewunderer und Besucher.

Der Chor der AG z. B. kam zum Liedersingen und gestaltete mit vielen Mitgliedern des Südwestdeutschen Spielkreises am Sonntag morgen ‚So klingt’s auf der Insel‘.

Natürlich wäre noch manche Gruppe untergekommen, aber die Resonanz von der Gartenschauverwaltung bis zum Bürgermeister war überaus positiv. Denn diese Veranstaltung hat natürlich sehr viel interessiertes Publikum in die Gartenschau gelockt. Besonders lobten die Veranstalter den reibungslosen Ablauf. Unsere Ansprechpartner an den einzelnen Bühnen waren ein Novum und wichtig für den Ablauf.

Ein großes Volkstanzfest, Handwerkerhof, Kinderprogramm. Was hat dir am besten gefallen?

Hartmut: Hervorheben kann man vielleicht den Freitagabend, denn er zeigte die Arbeit unserer Gruppen. Leider hat das schlechte Wetter doch einige Zuschauer erschreckt.

Sonst war natürlich der Einsatz der Mitarbeiter vorbildlich und engagiert: vom Kinderprogramm über Bühnenbetreuung und Offenem Tanzen, vom Einsatz von Götz Zinser beim Tanzfest, vom Hebbe (Herbert Preisenhammer) beim Liedersingen bis zur Trachtenreferentin Helga Palmer im Handwerkerhof.

Meist war das Wetter prima. Aber was wäre gewesen, wenn es 3 Tage geregnet hätte?

Hartmut: Ich wäre drei Tage verschollen gewesen.

Als kühlen Rechner kennt man dich von Mitgliederversammlungen. Sicher hattest du auch einen Überblick über die Kosten so eines Mammutfestes. Wie wurde das finanziert ?

Hartmut: Ja, das ist natürlich das Wichtigste. Beim Gepräch mit Stadt und Landesgartenschau GmbH war man sich auf ein Volumen von etwa 15 000 DM einig geworden.

Der größte Teil ging an die Gruppen für Verpflegung, Kilometergeld für die mit dem Bus von weiter her angereisten Gruppen. Und auch für die Musikgruppen, die auf den einzelnen Plätzen zu unseren Tänzen spielten, denn sie leisteten Hervorragendes.

Nachdem die Veranstalter den größten Teil übernahmen, gab die AG gerne noch ihren Teil dazu.

Die Arbeitsgemeinschaft der Sing-, Tanz- und Spielkreise e. V. präsentierte sich in ihrer ganzen Vielfalt. Das gab über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus Ideen und Ansporn. Man konnte sehen, wer die AG ist, was sie alles kann. Man traf viele Bekannte aus den Vereinen, den Volkstanzwochen. Kann so ein Treffen wieder einmal stattfinden?

Hartmut: Begeistert war auch der Geschäftsführer der Landesgartenschau und er sprach mich gleich noch am Wochenende an, ob wir nicht Lust hätten, 2002 in Ostfildern wieder mit dabei zu sein.

Das wäre natürlich eine gute Gelegenheit für die AG, denn in diesem Jahr wird sie 50 Jahre alt. Also, gleich mal planen in den Gruppen.

Albert Schulze


© @g 1998