Etwas Altes im neuen Kleid – die JuLeiCard
Eigentlich gab es das schon immer. Ein Jugendgruppenleiterausweis als Legitimation für unsere vielen Gruppenleiter. Ein Ausweis in aufklappbarer Papierform, erstellt vom Kultusministerium und ausgegeben von den einzelnen Verbänden. Dies war aber bereits die einzige Gemeinsamkeit. Jedes Bundesland hatte einen eigenen Jugendgruppenleiterausweis nach eigenen Vorstellungen. Und jeder Verband stellte ihn nach eigenen Maßgaben aus. Bei manchen Organisationen langte bereits ein Anruf und man bekam ihn zugeschickt. Andere wiederum knüpfte ihn schon immer an gewisse Grundvoraussetzungen der Gruppenleiterausbildung. Die AG hielt sich hier an die Richtlinie, wer drei Köpfchenseminare besucht hat, kann ihn bei der Geschäftsführung beantragen. Dies war allerdings nur diesen Köpfchenseminarbesuchern bekannt. Und dies war eigentlich auch nicht weiters tragisch. Denn mit diesem Ausweis konnte man in der Vergangenheit nicht sehr viel anfangen. Er legitimierte einen zwar als in irgendeiner Form ausgebildeten Gruppenleiter. Abgefragt wurde diese Legitimation aber kaum.
Dies brachte die verschiedenen Kultusministerien der Länder zusammen mit den jeweiligen Landesjugendringen auf den Plan. Und nach langer Diskussion gibt es seit Ende letzten Jahres tatsächlich eine vielleicht grundlegende Änderung. Die JuLeiCard.
Dies ist der Jugendgruppenleiterausweis in neuer Form. In Scheckkartenformat, ab sofort Jugendgruppenleitercard oder auch kurz JuLeiCard genannt. In allen Bundesländern gleich aussehend und mit einheitlichem Anforderungsprofil. Sie dient natürlich auch zukünftig der Legitimation, eine Gruppe zu führen. Gegenüber Eltern, Ministerien, Versicherungen und anderen für die Gruppenarbeit zuständigen Ämtern. Diese Legitimation wird vermutlich in Zukunft mehr von diesen Seiten abgefragt als seither. Und, und dies ist neu, diese JuLeiCard führt bei den verschiedensten Stellen zu Vergünstigungen. Ähnlich vielleicht wie ein Studentenausweis. Damit soll die ehrenamtliche Bereitschaft, eine Gruppe zu führen und sich fortzubilden, belohnt werden. Begonnen hat diese Vergünstigung die Deutsch Bahn AG. Jeder Inhaber einer JuLeiCard bekommt die Bahncard 50 DM günstiger. Doch damit nicht genug. Ab sofort bekommt man als Inhaber der JuLeiCard auch den privaten Jugendherbergsausweis des Deutschen Jugendherbergswerkes kostenfrei. Und für die Gruppe in vielen Häusern der DJH und anderer freier Träger wie dem BDKJ und der DJO Preisnachlässe auf eine Gruppenbelegung. Und noch ein paar weitere sicher sehr interessanter Vergünstigungen, die es wirklich lohnend machen, die JuLeiCard zu besitzen. Im Internet unter www.JuLeiCard.de kann man viele von diesen Vergünstigungen abrufen. Nun lohnt es sich also wirklich, diese neue JuLeiCard zu haben. Sie ist aber an vom Kultusministerium geforderte Bedingungen geknüpft, welche bei der AG folgendermaßen aussehen:
Die JuLeiCard bekommt jeder bei der AG auf Antrag an die Geschäftsführung, wenn er/sie folgende Bedingungen zur Qualifizierung vorweisen kann: Innerhalb von zwei Jahren an mindestens drei Seminaren zur Aus- und Weiterbildung von Gruppenleitern, bei der AG Köpfchenseminare genannt, teilgenommen zu haben. Dies können auch Seminare anderer Verbände nach Nachweis sein. Insgesamt müssen 40 Stunden, eine Maßgabe des Kultusministeriums, qualifizierter Seminarinhalt nachgewiesen werden. Jeder unserer Gruppenleiter bekommt eine Nachweiskarte, in die diese Stunden eingetragen werden. Die JuLeiCard wird dann für einen Zeitraum von drei Jahren ausgestellt. Für eine Verlängerung dieser JuLeiCard muss der Inhaber eine Weiterqualifizierung von insgesamt 15 Stunden nachweisen.
Dieses Anforderungsprofil hat der AG-Vorstand auf seiner Sitzung am 14. März 2000 verabschiedet und entspricht der Umsetzung der Vorgabe der Richtlinie zur Ausstellung der JuLeiCard der Kultusministerien der Länder.
Hartmut Liebscher