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Trachtenhochzeit im Schwarzwald

 

„Eventgottesdienst" nannte der Pfarrer in Schenkenzell die traditionelle Trachtenhochzeit, die Luitgard Zipf (geb. Harter) und Georg Zipf (aus Emmendingen) am 20. Mai feierten. Ob der Ausdruck für diese wunderschöne Hochzeit paßt ?

Schon vor dem „Event" trafen sich die Gäste zu einem Sektempfang beim Haus der Eheleute Zipf. Sehr viele Besucher kamen, und alle in Tracht. Natürlich die heimischen Trachten aus dem Schwarzwald, aus dem Fürstenbergischen, aus dem Schwäbischen, viele auch aus Emmendingen, Georgs Heimatstadt. Dazu Hexen, Blasmusiker in Tracht und und und. Und viel Prominenz aus den Vorständen von AG und BHV.

„Schön, daß du hier bist", begrüßte der zapplige und aufgeregte Bräutigam Georg den Schreiber. Und aufgeregt konnte er mit gutem Grund sein. Schon seine „Lui", wie er sie liebevoll nennt, sah aus wie aus dem Trachtenbuch. Zu ihrer Hochzeitstracht paßte wunderbar das alte, mit langen Bändern befestigte Perlenschäppel. Da konnte er schon aufgeregt sein.

Mit klingendem Spiel begleitete die Trachtenkapelle den Hochzeitszug von der Wohnung zur Kirche, wie bei einer Prozession, fast 500 m lang war der Zug. Ganz vorne wurden die beiden traditionellen Hochzeitsmaien getragen. Aus rosa und blauem Krepp-Papier waren hunderte von Röschen an zwei Tannen befestigt, unter jeder wedelten aus Seidenpapier geschnittene festliche lange Fransen. Vor die Kirche wurden diese beiden Bäume gestellt, rosa und blau. Als das Brautpaar dann darunter stand, hätte das Bild wieder ins Brauchtumsbuch aus dem Schwarzwald gepaßt.

Dem Wort von Paulus: „Die Liebe ist langmütig, ist gütig" fügte der evangelische Pfarrer in seiner Predigt beim ökumenischen Gottesdienst hinzu: „Die Liebe braucht eine Geschichte". Und die hatte bei diesem Brautpaar viel mit Volkstanz und Trachten zu tun. Schon als ‚Überraschungsevent’ der Gäste tanzten etwa 15 Paare das „Deutsche Menuett" während dem Gottesdienst, in dem auch die kleine Tochter Lisa getauft wurde.

Im Gasthaus Sonne gab’s danach als lustigen Sketch die Geschichte der Liebe von Luitgard und Georg. Als es dann immer später wurde, gegen Mitternacht, wurde auch das Gesicht der Luitgard immer länger. Denn sie bekam die Brautkrone (Schäppel) abgebunden und kam, wie im Schwarzwald üblich, „unter die Haube".

Albert Schulze


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