Zurück zur Rundbriefseite

Adventsbazar vom Volkstanz Steinmauern

 

Der Aufruf per E-Mail hat mich dazu bewogen, auch einmal als Lieferant eines Beitrages tätig zu werden. Am 1. Advent 2000 beteiligte sich der Verein für Volkstanz und Heimatpflege Steinmauern am Adventsbazar der Gemeinde Steinmauern. Bereits im Sommer fragte mich eine Mitarbeiterin der evangelischen Kirche, ob unser Verein nicht mal Lust hätte mitzumachen. Schon viele Jahre findet dieser Bazar regelmäßig statt. Da ich wußte, welche "kreative" Mitglieder bei uns dabei sind, sagte ich nach Rücksprache mit ihnen bei der Veranstaltung zu. Schon kurz danach trafen sich mehrere Frauen, um zu beraten, was denn zur Zeit so aktuell ist. Begriffe wie „Serviettentechnik" waren im Raum. Viele Zeitschriften und Bastelbücher wurden durchgeblättert, und dann ging es los. Die Kinder durften mit Laubsägearbeiten beginnen. Die Zweifel, so etwas wäre für 10jährige zu gefährlich, waren gleich vergessen. Mit welchem Elan und welcher Freude die Kinder loslegten, das war einfach toll. Natürlich gingen am Anfang jede Menge Sägeblätter zu Bruch und wir kamen manchmal mit dem Einspannen nicht mehr nach. Aber nach und nach hatten die Kinder das Fingerspitzengefühl. Schöne Arbeiten wurden angefertigt. Nach dem Schmirgeln war in der nächsten Gruppenstunde das Anmalen dran.

Ein paar Frauen begannen die Weihnachtskarten zu basteln. (Was schon ein komisches Gefühl war im Oktober bei strahlendem Sonnenschein.) Jede Karte war ein Unikat.

Die Geschichte steigerte sich von Woche zu Woche. Immer wieder kamen neue Ideen und Vorschläge, was man noch machen könnte, und die Kisten und Kartons füllten sich mit fertigen Sachen. Eine Woche vor dem besagten Termin war „Bredlebacken" (auf hochdeutsch Weihnachtsgebäck) angesagt. Den Tisch in meinem Eßzimmer hatte ich ausgezogen und 17 Kinder waren nicht zu bremsen, so hat es ihnen Spaß gemacht. Die Ärmel hochgekrempelt und Mehl auf der Nasenspitze - was war das für ein Bild! Ich habe leider festgestellt, daß es für ein paar Kinder das erste Mal war, daß sie so etwas machen durften. Es ist doch wirklich schade , daß manche Mütter keine Zeit haben. Oder sie fürchten den Abwasch danach.

Ein paar Tage vor dem Bazar wurden dann im Partykeller unseres Schriftführers noch Advents- und Türkränze gebunden und ausgeschmückt. Der Raum, in dem alles gelagert war, war inzwischen zum Bersten voll.

Der Adventsbazar wurde für die Kinder und uns Erwachsenen ein großer Erfolg. Der Reingewinn wurde zum einen Teil einem sozialen Zweck gespendet, zum anderen Teil für die Kinder- und Jugendarbeit verwendet.

Mir persönlich hat es mal wieder gezeigt, wie es den Kindern Spaß macht, zu basteln und zu werken, weil zu Hause so etwas immer weniger gemacht wird. Die Erwachsenen hatten das Basteln zum miteinander Reden und Tratschen genutzt, was ja heutzutage leider auch immer weniger gemacht wird.

Martha Köppel


© @g 2001