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Ein famoses Wochenenderlebnis

in Violau 2001

 

Frohen Herzens und frisch gestärkt begab ich mich auf Autofahrt von West nach Ost fast quer durch den Weißwurstteil der Republik. Die Strapazen des Volkstanz-TÜVs vom Jahresanfang in Freiburg sind schon längst vergessen. Für das erste Februarwochenende lud der Augsburger Volkstanzkreis zum wiederholten Male - ich selbst war 1998 das erste Mal dabei - in das kleine Violau mit dem herrlich großen Bruder-Klaus-Heim zum Tanzen, Singen und Musizieren ein.

Etwa 140 Teilnehmerinnen, dabei ca. 40 Kinder - das war ein fröhliches Gewusel, hatten sich eingefunden, eine wahrhaft stolze Zahl, bedenkt man dabei auch, was für eine großartige organisatorische Leistung und auch Verantwortung der Augsburger Volkstanzkreis da auf sich gebürdet hat. Hochachtung und Respekt und ein herzliches Vergelt's Gott nochmals an dieser Stelle!

Für die große Kindergruppe konnte man vier BetreuerInnen gewinnen. Leider wurde ich wegen meines Alters in diesem elitären Kreis nicht mehr zugelassen, es hätte mir sicherlich genauso viel Spaß gemacht wie den Kindern. Das Resultat, welches sie dann der Gemeinschaft am Abschlußtreffen zeigten, sprach jedenfalls für sich.

Als großer Themenkreis war dieses Mal „Franken in Tanz und Lied" angesagt, was aber nicht so eng gesehen wurde, Franken zieht sich eben bis Finnland hin, damit das Nordische auch seinen Teil abbekommt. Gastreferent Klaus Gauler, bekannt als Musiker auf den verschiedensten Instrumenten - viele hat er selber gebaut - stammt aus Franken. Außerdem ist er Elektronik-Kenner, so hat er die vorgestellten Tänze vorher daheim aufgespielt und digital auf so kleinen Scheiben eingefangen. Das war eine vorbildliche Vorarbeit. Einen Musikanten hatte er sich auch gleich mitgebracht: Thomas Walker, der geduldig die kleinen Tänzle so lange spielte, bis Klaus endlich abwinkte. Die fränkischen Tänze sind eher klein, aber fein, keine komplizierte Figurenfolge, und trotzdem: beim fränkischen Nationaltanz, dem Dreischrittdreher, habe ich endlich bis auf drei zählen gelernt, auch wenn die Musik nur bis auf zwei zählt, aber ´s paßt! Ansonsten mischen die Franken munter im Wirrwarr der Tanzbezeichnungen mit, am besten ist es, man schaut auf die Füße des Lehrmeisters und versucht sich das zu merken. Genial fand ich, daß man beim Rheinländer anstelle des üblichen „Schottisch rund" als Nachtanz in fränkischer Manier den Dreischrittdreher benutzt, auch das paßt! Der Einstieg dabei in den Dreischrittdreher ist allerdings nicht so einfach. Geduldig übte Klaus mit uns dies viele Male, bis es so etwa alle kapiert hatten. Das hat mir überhaupt sehr gut gefallen, daß Klaus die kniffligen Stellen bei den Tänzen immer extra durcharbeitete. Natürlich kamen die Zwiefachen auch nicht zu kurz, für Einsteiger wurde erst einmal die Schrittfolge im Stammheimer Kreis geübt und dann ging's rund.

Da ich selten Gelegenheit habe, instrumental in einer Gruppe mitzuspielen, habe ich mich für das Musizieren entschieden und das Singen bleiben gelassen. Es fanden sich viele Bläserinnen mit den unterschiedlichsten Instrumenten ein, schwierig für mich sind besonders die B-Bläser. Diese sind es gewohnt, ihre Noten einen Ton höher zu schreiben, als sie klingen. Da durfte ich mit meiner Gitarre nicht in die Noten schauen, damit ich die Richtung behielt. Es ist aber immer wieder schön zu erleben, wie dann doch in der kurzen Zeit ein brauchbarer Zusammenklang zustande kommt, besonders mit den jüngeren Teilnehmern.

Das Chorsingen ist aber genauso interessant, und die TeilnehmerInnen hatten unter der bewährten Leitung von Franzi und Winni Säckl und Walter Mayr ihre Freude daran, wie mir von verschiedener Seite berichtet wurde.

Nach dem offiziellen Tagesprogramm traf man sich zum gemütlichen Beisammensein im großen Speiseraum. Da ging dann erst richtig die Post ab, erst lauschte man nur so nebenbei der schönen Tanzmusik, aber es juckte doch in den Füßen. Tische und Stühle wurden beiseite gerückt, Platz ist auf der kleinsten Tanzfläche, und auf ging's! Die Musikanten zogen alle Register, Walter leerte seine Zwiefache-Box und verknotete die Füße der NochnichtprofitänzerInnen. Ins Bett ginq's kurz vorm Frühstück.

Die Zeit verflog im Sausewind, und eh man sich so richtig aneinander gewöhnt hatte, hieß es schon wieder Abschied nehmen. Mit einem mit Freude erfüllten Herzen machte ich mich auf den Heimweg ins badische Ländle in der Gewißheit, daß ich in einem Jahr wieder die Fahrt nach Violau zu so netten Freunden machen werde: am letzten Januar-Wochenende 2002 ist es wieder soweit!

Viktor Kubrak, Ohlsberg


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