Forum Volkskultur
Die nachstehende Presserklärung wurde im März diesen Jahres veröffentlicht, um auf die momentan stark forcierten Bestrebungen aufmerksam zu machen, die vom Forum und den beteiligten Verbänden ausgehen, um in Baden-Württemberg die Heimatpflege auf eine professionellere Basis zu stellen.
Das Forum Volkskultur ist ein Gesprächskreis, in dem sich die meisten, aber leider Gottes mal wieder nicht alle in Baden-Württemberg heimatpflegerisch tätigen Verbände regelmäßig ca. zweimal im Jahr zum Erfahrungsaustausch, aber auch zur Absprache gemeinsamer Initiativen treffen.
Die AG ist in diesem Rahmen zwar einer der zahlenmäßig kleineren Verbände, aber ich halte unser Mitwirken für sehr wichtig, da ich glaube, daß wir ein fachlich sehr aktiver und kompetenter Verband sind. Außerdem sind Kontakte zu Gleichgesinnten immer wichtig. Das Forum ist kein Verein, sondern ein lockerer Gesprächskreis, der aber trotzdem nach außen agieren will und soll. Aus diesem Grund wurde ein Sprechergremium gewählt, das z. B. mit der Landesregierung verhandeln soll. Sprecher ist Wulf Wager, Stellvertreter sind Gottfried Rohrer vom Bund Heimat und Volksleben, Siegfried Mager vom Trachtengau Schwarzwald und Reinhold Frank von der AG.
Die Landesregierung steht unserem Anliegen bezüglich eines hauptamtlichen Heimatpflegers zwar aufgeschlossen gegenüber, jedoch war das finanzielle Angebot von dort noch nicht ausreichend. Zum anderen sind die Verbände der Meinung, daß es sich bei der zu schaffenden Personalstelle um eine Landesstelle handeln sollte, während die Landesregierung diese Stelle lieber in der Verantwortung der Verbände sähe. Hier gilt es noch weiter zu verhandeln.
Wollen wir hoffen, daß nach der nun gewonnenen Landtagswahl der Elan der Politiker in dieser Beziehung nicht wieder nachläßt!
Reinhold Frank
Heimatverbände fordern Landes-Heimatpfleger
Die 19 Heimatverbände und -institutionen, die sich zum Gesprächs- und Informationskreis FORUM VOLKSKULTUR zusammengeschlossen haben, fordern von der Landesregierung die Neuschaffung der Stelle eines Landes-Heimatpflegers nach bayerischem Vorbild.
Die Landesregierung hat auf eine große Anfrage der CDU-Fraktion am 13.11.95 eindeutig erklärt: "Die Landesregierung teilt die Meinung, daß Brauchtum und Traditionspflege wesentliche Voraussetzungen dafür sind, die Identifikation der Menschen mit ihrer jeweiligen regionalen Heimat und insbesondere auch mit dem Land Baden-Württemberg zu entwickeln und zu stärken". "Das FORUM VOLKSKULTUR will Ministerpräsident Teufel nun in die Pflicht nehmen", wie der Sprecher des Forums, der 38jährige Werbefachwirt Wulf Wager aus Unterensingen mitteilte.
"Dem Bereich Heimatpflege stehen inklusive der Ausstattung der jährlich stattfindenden Heimattage gerade mal 1 Million DM zur Verfügung. Gemessen an den 10 Millionen, die der Laienmusik oder 167 Millionen, die dem Sport zur Verfügung stehen, ist das ein Nasenwasser", so Wager weiter.
Mit der Einsetzung eines Landes-Heimatpflegers soll die Koordination von landesweiten verbands- und institutionsübergreifenden Aktivitäten und Nutzung von Synergieeffekten fachlicher Art bei den Verbänden forciert werden.
Aktionen wie "Mundart in der Schule" oder "Aufspiela beim Wirt" sollen vom Landes-Heimatpfleger entwickelt und unter Einbeziehung möglichst vieler Verbände koordiniert werden.
Hinter der Forderung des FORUM VOLKSKULTUR steht der Wille regionale Volkskultur, traditionelle Bräuche und den Heimatpflegegedanken zu fördern, bekannt zu machen und in der Bevölkerung zu festigen.
Das Forum Volkskultur umfaßt bisher 19 Verbände, welche die stattliche Zahl von 330.000 Mitgliedern vertritt. Das Forum Volkskultur ist jederzeit für weitere Verbände des Heimatpflegebereichs offen.